Kurz vor Schuljahresende luden der DS-Kurs und der Literaturkurs zur Premiere ein.
Was tun, wenn man in der Klasse nicht zugeben will, dass das Geld für eine sommerliche Urlaubsreise fehlt? Man erfindet eine Notlüge – die dann, dank der Kreativität eines neuen Mitschülers, auf kuriose (und hochsympathische) Weise zur Wahrheit wird. In Marianne Kaurins Jugendroman „Irgendwo ist immer Süden“ geht es um Gruppenzwang, Einsamkeit, Rivalität und Vertrauen, vor allem aber um die Gefahr, der eine entstehende Freundschaft ausgesetzt ist, wenn man glaubt, sich der Mehrheit anpassen zu müssen. Der DS-Kurs der Jahrgangsstufe 10 hat die Vorlage in einer Rekordzeit von gut vier Monaten dramatisiert und mit jeder Menge eigener Ideen geradezu professionell auf die Bühne gebracht: eine bewundernswerte Leistung, die höchste Anerkennung verdient.
Soziale Konstellationen bildeten auch das Grundgerüst der szenischen Collage „Nur der Henker ist weg“, aufgeführt vom Literaturkurs der Stufe Q1. Das aus Gedichten, szenischen Miniaturen, Essays, Songtexten und Fragmenten von Max Goldt und Ernst Jandl zusammengesetzte Bühnenwerk stellt zwei Milieus einander schroff gegenüber, zwischen denen Kommunikation feindselig, phrasenhaft oder überhaupt nicht stattfindet, die aber auch für sich selbst längst dysfunktional agieren. Das Stück lieferte zahlreiche Bilder und Pointen, die im Gedächtnis des Publikums haften blieben. Dass das gelang, ist nicht zuletzt das Verdienst der Darstellerinnen und Darsteller, die – von der Wissenschaftssatire bis zum Revueballett – alles lieferten, was man im Schultheater nicht erwartet und wirklich an ihre Grenzen gingen. Chapeau!
PS: In der Projektwoche zum Schuljahresausklang weitete sich der Theatersommer geradezu zum Kultursommer aus, traditionell abgerundet durch das festliche Konzert unserer Bläserklasse am vorletzten Schultag.
Und einen kleinen Schulgarten haben wir jetzt auch…



